Der Tag begann ziemlich bedeckt. An den Wipfeln der Berge rund um den Lungerner See (715m) drängten sich Wolken, die sich jedoch während unseres ausgedehnten Frühstücks auflösten. Also starteten wir vom idyllischen Lungern Richtung Norden und fuhren kurze Zeit später an der Seestraße des Sarner Sees entlang. Über Sarnen ging es bis Stans und weiter ins Engelbergertal.

Das Engelbergertal

Das Tal, das nach dem bekannten Wintersportort Engelberg benannt ist, der etwa 25 Kilometer südlich des Vierwaldstätter Sees liegt, schlängelt sich durch imposante Felsformationen. Vom kleinen Ort Stans sind es etwa 20 Minuten bis zum Zielort, der auf ein 1120 gegründete Benediktinerabtei zurückgeht. Der imposante Gebäudekomplex thront im Zentrum und wird von zahlreichen Hotels und Restaurants umrahmt, die vor allem im Winter bei Skisport-Touristen beliebt sind. Doch auch im Sommer ist das Tal definitiv eine Reise wert.

Blick ins Engelbergertal
Blick ins Engelbergertal

Vom Ortskern fuhren wir weiter bis zur Herrenrütialp, die am Ende des Engelbergertals liegt. Links und rechts finden sich immer wieder Gondelbahnen, die die Touristen auf die umliegenden Gipfel bringen. Unter anderem startet hier auch die Titlisbahn, die über die Zwischenstation Trübsee auf die Spitze eines der bekanntesten Berge der Zentralschweiz fährt. Hahnen, Spannörter und Schlossberg sind weitere bekannte Massive der Region. Wir ließen die Bahn zum Titlis jedoch rechts liegen und fuhren bis zur Talstation der Führenalp, wo wir unser Auto für 5 SFR parken konnten. Von dort aus ging es zu Fuß über sattgrüne Wiesen in das spitz zusammenlaufende Ende des Tals. Links und rechts türmen sich hier die Felswände rund 600 Meter auf und streben fast senkrecht zum tief blauen Himmel. Das Wetter hatte sich inzwischen deutlich aufgeklart, so dass wir unsere Tour bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen fortsetzen konnten. Nach etwa 40 Minuten erreichten wir einen alten Grillplatz, den wir schon vor über 20 Jahren regelmäßig besucht hatten. Leider stellten wir jedoch fest, das die ursprünglich gut 10 Feuerstellen komplett verwildert waren. Die Natur hatte das Areal zurückerobert, so dass wir uns durch teils hüfthohes Gras kämpfen mussten. Wir wollten von dort aus an die Aa, einen wilden Gletscherfluss, der wenige Kilometer weiter seinen Ursprung hat. Es ging durch ein Waldstück, ein unwegsames, morastiges Gelände. Und als ich einen Ast herunterdrückte um mir den Weg zu bahnen, schreckte ich ganz schön zusammen als nur 2 Meter neben mir ein Reh durchs Unterholz preschte. Ich hatte das scheue Tier offenbar beim fressen gestört – sorry! Gut 100 Meter weiter war dann das breit ausgespülte Flussbett der Aa erreicht. Der klare Strom peitschte durch das Tal und anhand der breite des Flussbettes konnte man erahnen, wie viel Wasser der Fluss zur Gletscherschmelze führen muss.

Sarnen und Sachseln

Wir wanderten zurück zum Auto und setzten unsere Tour bis Sarnen fort. Der Hauptort des Kantons Obwalden liegt am Nordufer des gleichnamigen Sees und bietet neben einigen interessanten Bauwerken vor allem eines: typisch schweizerische Verschlafenheit. Die genossen wir bei einer klassischen Rivella rot und einen Nussgipferli an der Seepromenade. Wenig später ging es am Ostufer des Sarner Sees bis nach Sachseln, wo wir im wunderbaren Gasthof Bahnhof einkehrten. Hier ließen wir den Abend bei zünftigem Essen und einem leckeren Eichhoff Bier ausklingen.

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