Heute früh wachten wir bei wechselhaftem Wetter am Sunset Beach in Geraldton auf. Zum Glück verzogen sich die größten Wolken nach dem Frühstück, so dass wir die beiden Wochenend-Märkte des kleinen Städtchen erkunden konnten. Laut Visitors Center sollte es einen Farmer’s Market mit vielen regionalen Produkten und einen weiteren Markt an der Old  Railway Station geben. Letzterer war heute leider aus unerfindlichen Gründen geschlossen, dafür stand der Farmer’s Market im Maitland Park unter einem besonderen Motto: es war „Harmony Day“. Zu diesem Anlass kamen alle in Geraldton vertretenen Ethnien zu einem fröhlichen kleinen Volksfest zusammen. Jeder hatte einen Stand aufgebaut und verkaufte seine Spezialitäten. Auf einer Bühne gab es Bollywood-Tänze, Didgeridoo-Einlagen, Dudelsackmusik, Kinderchöre und vieles mehr. Wirklich ein gelungenes Fest bei strahlendem Sonnenschein.

Dongara

Im Anschluss fuhren wir nach Dongara, dass mit seinen knapp 3.700 Einwohnern etwa 65 Kilometer südlich von Geraldton liegt. Das verschlafene Örtchen hat außer den wirklich beeindrucken, über 100 Jahre alten Feigen-Bäumen mit ihren riesigen Wurzeln aber leider so gut wie nichts zu bieten. So sehr wir uns auch bemühten: weitere Highlights waren nicht zu finden. Außer vielleicht die enorme Masse an Häusern mit dem Hinweis „FOR SALE“. Offenbar wollen zeitnah recht viele Einwohner dem Ort den Rücken kehren. Woran das wohl liegt?

Club Capricorn in Yanchep

Da wieder Wolken aufzogen, setzten wir unsere Route Richtung Süden fort. Über den Indian Ocen Drive ging es bis nach Yanchep, wo wir morgen den gleichnamigen Nationalpark erkunden wollen. Der ist aber auch das Einzige was uns hier hält. Der Campingplatz namens „Club Capricorn“ sieht nur von außen einladend aus. Am pompösen Einfahrtstor verspricht man zahlreiche Lodge Rooms und Chalets, Pool und Tennisplatz – die Camping-Möglichkeiten sind jedoch in der untersten Kategorie angesiedelt. Eine völlige Enttäuschung. Das Personal ist wenig freundlich und die Versorgungsgebäude in einem miserablen Zustand. Eine Küche ist nicht vorhanden, die Sanitäranlagen erwecken den Eindruck einer DDR-Kaserne in den späten 1970er Jahren, die seit 20 Jahren keinen frischen Anstrich mehr genossen hat. Da in Sichtweite jedoch ein riesiges Neubaugebiet unter dem selben Namen entsteht, liegt die Vermutung nahe, dass der Campingplatz wohl bald Geschichte sein wird. Falls ihr aber mal einen Aufenthalt in der Gegend plant und dieses Domizil euch ins Auge fällt: sucht euch lieber eine andere Bleibe!

Yanchep

In den Prospekten die wir bisher gelesen hatten, klang Yanchep immer nach einem beschaulichen Küstenort, der maßgeblich von den Besuchern des benachbarten Nationalparks profitiert. Doch anstelle eines verschlafenen Fischerdörfchens, fanden wir eine ausgemachte Retortenstadt vor, die an Charakterlosigkeit kaum zu übertreffen ist. In die Dünen wurden zig teuer aussehende Bungalows gepflanzt, die offenbar als Wochenende-Herberge für gut betuchte Perther genutzt werden. Auf den Straßen sieht man kaum eine Person, die „Einwohner“ kommen wohl nur an den Wochenenden vorbei. Alles wirkt kaum älter als 1-2 Jahre.Auf der Suche nach so etwas wie einem Ortszentrum fanden wir lediglich einen völlig überdimensionierten neuen Supermarkt. Daneben ein Restaurant mit goldenem M, ein Bottleshop und ein Sandwich-Laden. Das war’s. Hätten wir nicht noch durch Zufall den Golfplatz entdeckt, Yanchep wäre kaum eine Erwähnung wert gewesen.

Kängurus in Yanchep
In Yanchep trafen wir auf hunderte Kängurus

Kängurus auf dem Golfplatz

Doch dort sahen wir sie ENDLICH! Kängurus. Und nicht nur 2-3 – sondern hunderte. Schon verrückt: auf den gut 3.000 Kilometern durch Westaustralien, haben wir kein einziges Känguru gesehen – von den armen Unfallopfern am Straßenrand mal abgesehen, und hier standen sie plötzlich in Massen mitten auf einem Golfplatz und guckten uns an, als hätten sie nur auf uns gewartet. Während wir unsere obligatorischen Fotos machten, grasten die Beuteltiere friedlich auf dem satten Grün, lagen relaxt in der Gegend rum oder boxten sich hin und wieder (soooo witzig!). Die einheimischen Golfer schlugen derweil unbeeindruckt ihre Bälle durch die Pampa. Mal sehen was der Nationalpark morgen zu bieten hat.

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