Wettertechnisch haben wir im dritten Teil unserer Reise ja echt Glück. Trotz täglicher Regenprognose gab’s jeden Tag Sonnenschein bei über 20 Grad. Maximal ist es wechselhaft und tröpfelt kurz ein bisschen, Gewitter gibt’s nur wenn wir schlafen, so dass wir im großen ganzen sehr zufrieden sein können. Vor allem wenn man hört, wie herbstlich es aktuell in der Heimat zugeht! Heute ging es auf Shopping-Tour durch Grünerløkka (für alle Düsseldorfer: das Flingern Oslos, für alle anderen: ähnlich Kreuzberg).

Unterwegs in Grünerløkka

Zuerst besuchten wir das DOGA (siehe gestern) und sahen uns die überschaubare Ausstellung an. Der Souvenir-Shop des hatte dafür umso mehr zu bieten. Danach schlenderten wir durch’s Viertel und stöberten in allen möglichen First- und Secondhand-Läden, die hier nicht immer ganz leicht zu unterscheiden sind. Offenbar wirkt es sich in Oslo verkaufsfördernd aus, z.B. sündhaft teure Schuhe und Taschen in einer Location zu verkloppen, die nach „used“ und deshalb cool aussieht. So richtig fündig wurden wir dann in einem Platten/CD/Comic/ALLES-Laden in der Nähe der Thorvald Meyers gate. Dort gab es massenhaft Klassiker z.B. Von Nivana, Kiss, Faith No More, Queens Of The Stone Age und einigen Underground-Größen. Alle für ein paar Euro 😀 Mit prall gefüllten Tüten ging’s weiter.

Nach einigen weiteren Shops landeten wir in einem coolen kleinen Café mit angeschlossenem Design-Shop. Ich fragte das Mädel an der Bar spontan, ob sie mir sagen könne, wo wir in Oslo einen Erdbeerkuchen finden könnten (das muss man sich mal vorstellen: Erdbeeren kann man hier ÜBERALL, in jedem Dorf, an jedem Hafen, an jeder Ecke kaufen, aber Erdbeerkuchen kennt in Norwegen keine Sau!). Die nette und total hilfsbereite Bedienung half mir auf englisch zusammen mit zwei Kollegen und einem Stadtplan dabei, einen Bäcker zu finden, der in diesen Breitengraden Erdbeerkuchen führen könnte – aber ohne Gewähr. Als Jule mich kurz darauf auf deutsch ansprach, meinte die Bedienung: „Ach, dann hätten wir ja auch deutsch sprechen können!“. Es stellte sich heraus, dass sie aus Bayern kommt und hier in Oslo das „Kafe Liebling“ genannte und mit allerlei liebevollen Kleinigkeiten aus Deutschland bestücke Café führt. Wir fanden’s dort so sympathisch, dass wir die Erdbeerkuchensuche kurzerhand aufgaben und stattdessen bei ihr Karottenkuchen, Apfelmuffin und Café Latte bestellten.

Norwegische Hausmannskost in St. Hans Haugen

Erst zwei Stunden später ging’s weiter. Diesmal nach St. Hans Haugen, einem Nachbarstadtteil. Hier war uns mehrfach das Restaurant Schrøder empfohlen worden, wenn wir nach guter norwegischer Hausmannskost fragten. Der bodenständige Laden mit dem Charme einer alteingesessenen Kneipe, bietet einfache norwegische Küche zu fairen Preisen. Die Einrichtung ist simpel, so wie die Freundlichkeit der Bedienungen. Das Essen weiß dafür zu überzeugen. Wir bestellten Rehntier-Bratlinge mit Kartoffeln und Gemüse, dazu ein Frydenlund (norwegisches Pils). Das Essen war klasse, das Bier etwas dünn. Leider gab’s zu letzterem aber auch keine Alternative. Preislich ist der Laden definitiv unschlagbar.

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Yachthafen in Tjuvholen, Oslo

Danach ging’s per Bus zur Aker Brygge, wo wir uns ein großartiges Eis am Yachthafen gönnten und dann weiter durch die Innenstadt bummelten. Die Bars und Restaurants schienen alle äußerst gut besucht und die chillige Atmosphere in der Stadt ist echt ansteckend.

Wir wären gern noch länger geblieben, mussten aber gegen 23:00 Uhr die Heimfahrt antreten, weil unser 24h Ticket ablief. So verlassen wir die Osloer City mit zahllosen interessanten Eindrücken im Gepäck und lassen den Abend bei einem guten Glas Wein am Bus ausklingen.

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