Heute war die für die meisten Kap-Urlauber offenbar obligatorische Tour zum Kap der guten Hoffnung angesagt. Es ging über Muinzenberg wieder auf die Kap-Halbinsel. Ohne Zwischenstopp wollten wir bis zur Kapspitze durchfahren, was uns auch recht gut gelang. Allerdings brauchten wir gut 2 Stunden für die gerade mal 70 Kilometer. Die Straßen sind hier zwar top, aber die Verkehrsteilnehmer sind meistens soooo relaaaaxt, dass man doch etwas mehr Zeit einplanen sollte, als das Navi angibt. Vor allem wenn, wie in unserem Fall, eine Überraschungsbaustelle den Verkehr kurzzeitig lahmlegt. Dafür war die Aussicht schön 😉

Über die M4 fuhren wir die Küste entlang und hielten ein um’s andere mal, um ein paar Fotos von der immer wieder beeindruckenden Natur zu machen. Wir fuhren durch Simon’s Bay um dann am „Cape of Good Hope Table Mountain National Park Entrance“ gegen Zahlung von etwa 10 Euro pro Person, wieder in den geschützten Bereich des Parks zu gelangen. Uns erwartete eine ursprüngliche, schroffe und recht karge Landschaft, in der laut Flyer aber zahlreiche Tiere ihr Zuhause haben. Darunter auch Zebras und verschiedene Antilopen die wir endlich in freier Wildbahn sehen wollten.

Am Kap der guten Hoffnung

Zuerst steuerten wir das berühmte „Kap der guten Hoffnung“ an, um das obligatorische Bild vor den berühmten Schild zu machen, dass den südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents markiert. Das war trotz regem Publikumsverkehr auch schnell erledigt, so dass wir uns wieder der Natur widmen konnten. Während einige Busladungen Touristen nach besagtem Foto wieder abdampften, nahmen wir uns die Zeit, den Felsen am Cape of Good Hope zu besteigen. Und das ist definitiv eine lohnenswerte Sache. Während das Kap, an dem Atlantischer und Indischer Ozean aufeinander treffen, von unten recht unspektakulär aussieht, ergeben sich vom Gipfel einige atemberaubende Blicke auf die wilde See. 

Blick vom Cape of Good Hope
Blick vom Cape of Good Hope

Der Weg ist allerdings nicht ganz ohne. Über hölzerne Stege geht es entlang der steil abfallenden Felsen immer weiter bergauf – das ist definitiv nichts für Leute mit Höhenangst 😉

Paviane = Baboons

Wieder am Auto angelangt, wollten wir uns Richtung „Cape Point“ auf den Weg machen, wo wir dem berühmten Leuchtturm einen Besuch abstatten wollten. Eine Familie Paviane hatte aber offenbar etwas dagegen und blockierte mit zahlreichen Jungtieren kurzzeitig die Straße. So friedlich wie die Tiere hier auch wirkten, wird allerorten darauf hingewiesen, das sie außerordentlich gefährlich werden können und magisch von Essen angezogen werden. Das merkten wir dann auch am Fuß des Cape Point, wo eine Gruppe-Touristen davon berichtete, das sie gerade von zwei „aggressive apes“ um ihre Mahlzeit erleichtert worden waren. Wir hatten zum Glück keine negativen Erfahrungen mit den Tieren.

Paviane an und auf der Straße
Paviane an und auf der Straße

Cape Point

Mit Hilfe der Funicular, einer Standseilbahn mit dem netten Namen „Flying Dutchman“, erklommen wir die Plattform unterhalb des Leuchtturms. Von dort aus ging es über zahllose Treppen zu immer wieder neuen, kleinen Aussichtspunkten, von denen man spektakuläre Blicke auf die Steilküste oder den paradiesisch weißen Sand des Dias Beach genießen kann. Viele der Aussichtspunkte sind unmittelbar an die Felskante gemauert, was, gepaart mit den tückischen Windböen, für echten Nervenkitzel sorgt. Der Leuchtturm selbst ist weniger spektakulär, trotzdem ist er ein beliebtes Fotomotiv.

Cape Point mit Blick aus Dias Beach
Cape Point mit Blick aus Dias Beach

Auch für den Rückweg wollten wir die Funicular nutzen und standen beim warten auf deren Ankunft plötzlich in einer dichten Menschentraube. Bei den Einheimischen handelte es sich offenbar um Zulu, wie anhand zahlreicher T-Shirt-Aufdrucke alà „100% isiZulu“ und ähnlichen zu erkennen war. Die gut gelaunte Truppe aus dem Osten des Landes war optisch kaum von den anderen Touristen zu unterscheiden: die Herren in schicken Hemden und Anzughosen, dafür aber barfuß. Auch die Damen in schicken Kleidern, an den blanken Füßen jedoch traditionellen Schmuck. Auf mich hinterließen sie jedenfalls einen bleibenden Eindruck, weil sie endlich mal das Bild der sonst eher hell pigmentierten Touristenmeute auflockerten und durch ihre betont gute Laune die Sonne noch etwas heller scheinen ließ. Apropos Sonne: inzwischen waren wir ganz gut durchgetostet, so dass nun etwas Schatten angesagt war.

Antilopen bei Buffelsfontein

Beim nächsten Stop, Buffelsfontein, konnten wir dann endlich die erste Herde Antilopen bestaunen. Die Tiere grasten friedlich, etwa 300 Meter vom Parkplatz entfernt und ließen es zu, dass ich mich bis auf etwa 100 Meter näherte um ein paar Fotos zu machen 👍


Bei der nächsten Weggabelung fuhren wir zum Da Gama Cross, einem weithin sichtbaren Gedenkkreuz, dass dem großen Entdecker Vasco da Gama gewidmet ist, der das Kap erstmals als Seeweg nach Indien entdeckte. Die Straße führte runter bis zum Meer, wo uns ein wunderschöner und fast verlassener Grillplatz mit riesigem Naturpool überraschte. Wenn ihr mal in der Ecke seid: packt bloß ein paar Würstchen ein, sonst ärgert ihr euch wie wir über die vertane Grill-Chance.

Einkaufen in Simon’s Town

Wir verließen den Nationalpark wieder Richtung Norden und legten auf der Heimfahrt einen längeren Stop im schönen Simon’s Town ein. Auf der Hauptstraße reiht sich hier ein denkmalgeschütztes Gebäude an das nächste und die meisten beherbergen nette, kleine Läden in denen man allerlei Handwerkskunst findet. Wir fanden einige schöne Mitbringsel für unsere Lieben zuhause und wagten uns dann auf den Heimweg nach Kapstadt. Leider war es inzwischen schon einigermaßen spät geworden, so dass wir erneut in die Rushhour kamen. Diese Tatsache, gepaart mit einem liegengeblieben Bus auf der Hauptstraße, verlängerten unsere Fahrt um gut eine Stunde.

Buger & Beer @ Hudsons

Zuhause angekommen galt es noch etwas Essbares aufzutreiben. Nach unserem kulinarisch-experimentellen Afrika-Ausflug am Vortag, hatte ich Lust auf was bodenständiges. Burger sollte es geben! Und da nur 100 Meter die Straße runter ein netter Laden Namens „Hudsons – The Burger Joint“ lockte, war die Entscheidung schnell getroffen. Wir bekamen nach kurzer Wartezeit noch einen Tisch in dem offensichtlich sehr angesagten Restaurant und wurden dann zu unserer Überraschung von einer deutschsprachigen Bedienung versorgt. Ihre Eltern seien hierher ausgewandert und sie habe halb hier und halb in Deutschland gelebt, erzählte sie uns. Neben lokalem Craftbeer namens Bings Bru Pale Ale, orderten wir unverschämt gut klingende Burger und gönnten uns auch noch eine viel zu große Nachspeise. Urlaub und so – ihr versteht! 😉

Nun pflegen wir unsere Sonnenbrände planen wir unseren leider schon letzten Tag im schönen Kapstadt. Danach geht es dann weiter nach Hermanus.

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