Das Wetter will bei diesem Trip noch immer noch immer nicht so recht mitspielen. Schade. Dabei liegen so viele spannende Ausflugsziele direkt vor unserer Haustüre und so viele sind uns davon empfohlen worden. Was also tun wenn der Wetterbericht schon am Vorabend nur tief hängende Wolken und immer wieder Regen ankündigt? Richtig: drauf sch***** und das machen was einem gefällt. So haben wir es auch gehalten und völlig unbeeindruckt unsere Tour zum Königssee angetreten. Ich war schon vor einige Jahren dort und wollte Lydia unbedingt den grandiosen Bootstipp nach St. Bartholomä zeigen.

Beschauliches Berchtesgaden

Doch zuvor galt es noch einige Einkäufe zu erledigen. Das taten wir im nahen und ebenfalls recht namhaften Örtchen Berchtesgaden, das im gleichnamigen Landkreis im äußersten Südosten Oberbayerns, nördlich vom Königssee liegt und immerhin rund 7.800 Einwohner zählt. Nach unserer kurzen Einkaufstour besichtigten wir die schmucke kleine Altstadt samt königlichem Schloss Berchtesgaden und der Stiftskirche sowie den Kurgarten, gönnten uns eine Stück großartigen Kuchen und genossen die (man staune) immer wieder durchbrechende Sonne. Im Ort geht es sehr beschaulich zu. Auch wenn man immer wieder auf kleinere Seniorentrupps stößt, die begeisterungswillig Pröbchen lokaler Schnäpse und dergleichen in sich hineinschütten, ist das Örtchen nett anzuschauen. Einzig die emsigen Berchtesgadener Händler sind mitunter etwas anstrengend. Ich bin gerne bereit für echtes Handwerk und lokale Spezialitäten etwas tiefer in die Tasche zu greifen, aber ein 500g Glas Honig für 20 Euro und eine Flasche Bier, die es im Markt nebenan für schlanke 99 Cent gibt, für satte 3 Euro anzubieten, ist schlicht unverschämt. Da können die Ladenbesitzer noch so nett und bemüht sein. Sorry, das ist Tourinepp deluxe.

Der magische Königssee

Weiter ging es zum Königssee, der mich bei meinem letzten Besuch total beeindruckt hatte. Wir steuerten das Örtchen Schönau am Nordufer an und spazierten vom außerordentlich groß dimensionierten Parkplatz gleich runter zum See, der am östlichen Fuß des berühmten Watzmann liegt. Doch schon der Weg zum Ufer hinterlässt beim Besucher einen faden Beigeschmack. Jedes Lokal, jeder Laden, hat sich bis zum Äußersten auf Touristen eingeschossen. Vor allem auf jene aus Fernost. Überall gibt es Souvenirs und, pardon, die meisten sehen aus als wären sie für wenige Cent im Land der Käufer produziert worden. Diese Verkaufsorgie nimmt diesem Ort leider sehr viel Magie. Dabei ist dieser See so wunderschön.

Wir ließen die überlaufene Anlegestelle der Ausflugsboote links liegen, spazierten am Ufer entlang und kamen zu einem deutlich beschaulicherem Teil des Sees. Bei der nun einkehrenden Ruhe und der aufbrechenden Wolkendecke war der Anblick einfach majestätisch. Im klaren Wasser spiegelten sich die steil aufsteigenden Felswände links und rechts. Die wohltuende Ruhe, die lautlos dahin gleitenden Boote und die dicht bewaldeten Berghänge zogen uns in ihren Bann. Doch gerade als wir zu einer Bootstour nach St. Bartholomä, jener berühmten Wallfahrtskapelle am Westufer des Königssees auf der Halbinsel Hirschau, aufbrechen wollten, machte uns das Wetter wieder einen Strich durch die Rechnung. Ganz ehrlich: hin und wieder sind wetterbedingte Kompromisse notwendig. Den Königssee sollte man aber wirklich nur bei tollem Sonnenschein mit dem Boot überqueren. Daher zogen wir schweren Herzens von dannen um diese Tour ein anderes mal zu machen.

Hallstätter See
Blick auf den Hallstätter See

Hallstätter See und die fantastische Dachstein Rieseneishöhle

wasserfall_dachstein-salzkammergut
Wasserfall von der Godel aus gesehen im Dachstein Salzkammergut

Am nächsten Tag war das Wetter zum Glück endlich ein wenig besser, so dass wir auf österreichischer Seite zum Hallstätter See aufbrachen. Dieser schlängelt sich auf einer Fläche von 8,5 km² durch das berühmte Salzkammergut. Wir fuhren entlang der steil abfallenden Westseite bis ins beschauliche Obertraun, das gemütlich eingebettet am Südufer des Sees liegt. Nach einem kurzen Aufenthalt im (kostenlosen!) Seebad des Ortes, steuerten wir unser heutiges Ausflugsziel an: mit der Godelbahn ging es zur Dachstein Rieseneishöhle. Nach kurzer Fahrt erreichten wir die Schönbergalm, die auf einem beschaulichen Bergplateau liegt, umgeben von schroffen Felsen.

Von hier aus ging es gut 15 Minuten zu Fuß einen sportlichen Pfad bergauf, bis zum Eingang der Höhle. Hier empfing uns wenig später unser weiblicher Guide, der uns in den folgenden 45 Minuten durch die beeindruckende Bergunterwelt führte. Ganz ehrlich: wir hatten wenig Ahnung von dem was uns hier erwarten würde und waren umso überraschter. Die Licht- und Sound-Installationen in der riesigen Höhle, von der man knapp einen Kilometer und 500 Stufen abwandert, erschaffen eine grandiose Atmosphäre. Die bis zu 6 Meter dicken Eiswände um die Besucher herum, die natürlich niedrigen Felsdecken und der mitunter rutschige Pfad den es zu bewältigen gilt – all das ist ein echtes Erlebnis. Allerdings kein sonderlich günstiges: für das günstigste Ticket zahlt man gut 40 Euro pro Person.

Einblicke in die Dachstein Rieseneishöhle

Nach unserer Höhlen-Tour ging es mit der nächsten Gondel nochmal ein Stockwerk höher auf schließlich gut 2.100 Meter. Hier wanderten wir in gut 30 Minuten bis zur Aussichtsplattform „5fingers“. Diese stählerne Konstruktion ist einer Hand nachempfunden und ragt spektakulär an einer Felskante gelegen über einen 400 Meter tiefen Abgrund. Die fünf kleine Aussichtplattformen können jeweils nur von 1-2 Personen gleichzeitig betreten werden, denen sich dann ein grandioser Blick über die Bergwelt bietet. Definitiv nichts für Leute mit Höhenangst 🙂 Wir haben zahlreiche Fotos gemacht die ich bei nächster Gelegenheit ergänzen werde.

Wieder im Tal angekommen gönnten wir uns noch einen ausgiebigen Spaziergang am Hallstätter See entlang, bis zum namensgebenden Ort Hallstatt. Dieser schmiegt sich wunderschön an das schmale Ufer und bietet derart viele romantische Perspektiven, dass man gar nicht weiß was man zuerst fotografieren soll. Am idyllischen Marktplatz, unweit des Ufers, stärkten wir und mit Wiener Schnitzel und machten uns dann auf zu unserer nächsten Station: das slowenische Bled. Doch dazu mehr im nächsten Eintrag.

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