Heute ging es für uns in Sloweniens Haupstadt Ljubljana. Sie liegt am Ufer des Flusses Ljubljanica und hat etwa 290.000 Einwohner. Damit ist sie die mit Abstand größte Stadt des Landes und zudem kulturelles, politisches wie wirtschaftliches Zentrum Sloweniens. Von Bled kommend fuhren wir etwa 40 Minuten bis ins Zentrum und parkten in einem Parkhaus in unmittelbarer Nähe zum Parlament. Von hier aus ist die Altstadt in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen und die Preise sind mit 2 Euro pro Stunde für eine europäische Hauptstadt außerordentlich fair.

Europas grüne Hauptstadt

Ljubljana war 2016 Umwelthauptstadt Europas und fühlt sich diesem Titel immer noch verpflichtet. Die Innenstadt ist konsequent auf Elektromobilität eingestellt und es ist toll die Annehmlichkeiten der Infrastruktur in Anspruch zu nehmen. So kann man beispielsweise kleine Elektrobusse, „Kavalier“ genannt, in der ganzen Altstadt einfach anhalten und sich vom Fahrer kostenlos zu einem Wunschziel befördern lassen. Wirklich ein toller Service. Auch die klassischen Sightseeing-Busse fahren alle komplett elektrisch. Zudem kann man auf’s Wasser umsteigen und mit einem der fast lautlosen Ausflugsboote über die Ljubljanica schippern. Fahrräder spielen ebenfalls eine große Rolle in Ljubljana. Dank der Tatsache, dass Autos in der Altstadt verboten sind, kommt man mit diesen auch sehr schnell voran. An zahlreichen Verleihstellen, die dank des Selfservice-Fahrradverleihsystems BicikeLJ schnell gefunden sind, kann man sich in den Sommermonaten ein Bike leihen. Absolut großartig: die erste Stunde ist komplett kostenlos! Im Anschluss zahlt man für bis zu 2 Stunden schlanke 2 Euro. Ein ganzer Tag kostet nur 8 Euro.

Da wir von einer Freundin zahlreiche tolle Tipps erhalten hatten (danke Darja!), und Ljubiljana trotz seiner überschaubaren Größe enorm viel zu bieten hat, lag ein prall gefülltes Programm vor uns. Zuerst ließen wir uns jedoch durch die hübschen Gassen der schmucken Altstadt treiben, schauten uns einige der zahlreichen kleinen Design-Läden an die es hier gibt, und versorgten uns mit einigen einheimischen Spezialitäten. Die zu finden ist allerdings gar nicht so einfach, wenn man das Besondere sucht und dafür einen fairen Preis bezahlen möchte. Die zahlreich vertretenen Souvenier-Läden sollte man ohnehin links liegen lassen. Zwar bieten auch sie lokalen Wein, Honig, verschiedene Holzprodukte und zig verschiedene Schnäpse an, allerdings in der Regel zu reichlich übertriebenen Preisen.

Toller Kaffee, grandiose Kuchen

Nach erfolgreicher Einkaufstour brauchten wir eine erste Stärkung. Also ging es zu Cafetino, wo es zahlreiche grandiose Kaffee-Kreationen gibt. Danach spazierten wir zu Zvezda, wo wir von der grandiosen Kuchenauswahl schier erschlagen wurden. Beide Läden sind ein absolutes Muss wenn ihr mal in der Stadt seid. Wirklich großartig.

Wir setzten unsere Stadttour fort und besichtigten die Franziskanerkirche Mariä-Verkündigung am Prešerenplatz, die auch „Rote Kirche“ genannt wird, das Rathaus, den St. Nikolaus Dom sowie die berühmten Drei Brücken (Tromostovje). Im Anschluss meisterten wir auch den steilen Aufstieg zur Burg von Ljubljana (Ljubljanski Grad), die seit gut 900 Jahren auf dem Hügel über der Stadtmitte thront. Leider ist die mächtige Anlage derart saniert worden, dass man an vielen Stellen eher den Eindruck hat, sich in einem hochmodernen Konferenzzentrum mit Gastronomie zu befinden, denn auf einer mittelalterlichen Festungsanlage. Hier wäre weniger definitiv mehr gewesen. Den Rundgang durch die Anlage, der mit 10 Euro pro Person zu Buchen schlägt, gönnten wir uns dann auch nicht und spazierten stattdessen wieder runter in die gemütliche Altstadt.

Stadt der Kontraste

Bei unserem Rundgang viel uns eines immer wieder auf: der krasse Kontrast zwischen attraktiver, moderner Architektur und deutlichem Verfall. Hier ist es völlig normal eine stylisch aufgepimpte Pizzeria im Erdgeschoss zu haben, die aussieht als wäre sie gerade aus dem Ei gepellt worden, während im leerstehenden Stockwerk darüber der Putz von den Wänden bröckelt und ein Baum aus der Dachrinne wächst. Die Stadt ist wirklich mit zahlreichen großartigen Gebäuden gesegnet. Viele von ihnen wurden auch überaus gelungen saniert, wärend viele andere noch im Dornröschenschlaf dahin dämmern. Eine spannende Mischung die durchaus ihren Charme hat. Vor allem bei der Entspannten Art der Menschen die hier sichtlich gerne leben. Die hervorragende Gastro-Szene und die vielen Freizeitangebote machen diese Stadt zweifelsfrei lebens- und liebenswert.

Uns wird Ljubiljana als eine junge, umweltbewusste, geschichtsträchtige und hochmoderne Stadt in Erinnerung bleiben, die trotz ihrer überschaubaren Größe das Flair einer Metropole versprüht.

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