So ein Pool vor dem Zimmer ist schon was feines. Es sei denn die Kids des Nachbarn wollen ihn schon 7 Uhr ausprobieren. So endete jedenfalls heute morgen mein geruhsamer Schlaf. Aber halb so wild – heute war ohnein ein eher beschauliches Programm angesagt. Die letzten Tage steckten uns noch in den Knochen und eine dezente Dauermüdigkeit begleitete uns den ganzen Tag.

Stony Point African Penguin Coliny

Dennoch wollten wir noch was erleben. Doch was? Laut Lonely Planet sollten wir mit dem Auto in nur 45 Minuten Bettys Bay erreichen, wo uns neben tollen Stränden auch eine große Kolonie afrikanischer Brillenpinguine erwarten würde. Die Jungs hatten wir ja schon kurz bei Boulders Beachten kennengelernt, mussten sie dort jedoch mit einer Horde gackernder Tourismus aus aller Welt teilen. Das sei hier ganze anders, versprach der Reiseführer. Entspannt eben und gemütlich. Und da wir genau das heute brauchten, ging es zur Stony Point African Penguin Colony.

Dort angekommen erfuhren wir viel Wissenswertes über eine Walfangstation, die hier einst stand. Historische Fotos erzählten vom grausamen Schlachten der sanften Riesen und erneut kam für uns die Frage auf, wie der Mensch auf die wahnwitzig-dämliche Idee kommen konnte, diese faszinierenden Tiere fast auszurotten, nur um aus ihnen Öl herzustellen…

Auf den Grundmauern der alten Walfangstation haben jedoch zum Glück inzwischen die Pinguine das sagen. Und das sieht man schon 50 Meter vom Parkplatz entfernt, wo sich rund 100 der kleinen Racker in der Sonne räkelten. die wenigen Besucher konnten bis auf wenige Meter an die Tiere heran, die sich davon nicht im Geringsten stören ließen.

Stony Point African Penguin Colony
Stony Point African Penguin Colony

Auf dem anschließenden Lehrpfad, der über einen abgetrennten Holzpfad entlang der zerklüfteten Küste führte, konnten wir die Pinguine dann in unberührter Umgebung beobachten. Immer wieder produzierten die schwarz-weißen Jungs urkomische Slapstick-Einlagen, und sorgten bei den rund 50 Besuchern für einige Lacher. Kein Vergleich zum überlaufenen Boulders Beach. Daher der Tipp: fahrt besser hier her!

Traumstrand bei Stony Point

Im Anschluss folgten wir der Beschilderung vom Parkplatz zum benachbarten Strand und entdeckten einen fast unberührten Küstenabschnitt mit feinem, hellen Sand. Die Brandung hatte es allerdings in sich und setzte mich beim Versuch,ein schönes Foto zu schießen, gleich mal komplett unter Wasser. Zum Glück blieb die Kamera unbeschädigt. Wir beschränkten uns auf einen gemütlichen Strandspaziergang um zu trocknen und genossen die tosenden, türkies-blauen Wellen… traumhaft schön.

Strand bei Betty's Bay
Strand bei Betty’s Bay

Harold Porter National Botanic Gardens

Wir fuhren auf der Küstenstraße weiter bis zu den „Harold Porter National Botanic Gardens“, einem großartigen Naturpark, in der man die lokale Tier und Pflanzenwelt kennenlernen kann. Allerdings verunsicherten mich einige Schilder am Eingang, die auf zahlreiche Giftschlangen und Spinnen hinwiesen und davor warnten, die vorgezeichneten Pfade zu verlassen. Und gerade hier war ich mal ohne festes Schuhwerk unterwegs. Dennoch genossen wir unseren Streifzug durch das dichte Grün des Parks, überquerten große Wiesen und dicht bewachsene Schluchten, blickten in tiefe Täler und grüne Wälder. Der am Eingang noch überschaubare Paranlage öffnete sich weiter hinten in zwei wilde Täler, durch die zahlreiche Wanderwege führen, z.B. der Leopard Trail, der durch den Lebensraum der Großkatze im Finbosch führt.

Harold Porter Park
Blick in ein Tal des Harold Porter Park

Auf zahlreichen Infotafeln wurde auch das Leben der Ureinwohner erläutert und immer wieder ein respektvoller Umgang mit der Natur angemahnt. Und die Giftschlangen machten zum Glück einen großen Bogen um uns.

The Burgundy in Hermanus

Zurück am Auto überfiel uns dann wiedrr die große Müdigkeit. Wir brauchten wohl doch noch etwas Schlaf, so das wir etwas früher als geplant die Heimfahrt antraten und uns noch für 1-2 Stunden aufs Ohr legten. Dann zogen wir los, um eines der viel gerühmten Fischrestaurants hier in Hermanus auszuprobieren. Wir schlenderten bei bestem Sommersonnenwetter an den Klippen entlang, auf die unablässig meterhohe Wellen zurollten. Und wieder kam mir dieser Geruch in die Nase, der mich schon gestern bei der Ankunft hier irritiert hatte. Kennt ihr das, wenn ihr Spargel gegessen habt und dann austreten müsst? Genau! So richt es in Hermanus. Liegt offenbar an den Algen die hier wachsen? 

In Sachen Abendessen wurden wir schließlich im Burgundy würden wir fündig. Wir ergatterten den letzen Tisch auf der windgeschützten Terrasse, direkt an den Klippen, und gönnten uns ein geniales Abendessen, bestehend aus Springbock-Carpaccio, lokalem Linefish mit Gemüse und Kartoffeln und danach eine unverschämt leckere Chocolate-Mousse-Tarte mit Vanille Eis. Dazu gab es einen hervorragenden Shiraz aus der Region. Himmlisch. Den Laden können wir wirklich wärmstens empfehlen. Auch das Personal war unglaublich nett und hilfsbereit.

Nun bereiten wir unsere morgige Fahrt bis nach Knysna vor. Es wird die bislang längste Tour: laut Planung werden wir für die rund 420 km mindesten 5,5 Stunden brauchen. Deswegen machen wir uns recht früh auf den Weg und sagen daher heute mal etwas früher gute Nacht!

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