So sehr wir uns auch bemühen – so früh wie wir es uns am Vorabend vornehmen, kommen wir nie vom Campingplatz weg. Aber was soll’s? Wir haben ja schließlich Urlaub. Heute wollten wir die sogenannten Pinnacles im Nambung Nationalpark sehen – und dafür ist ein früher Start sehr empfehlenswert. Denn in der Wüste erreicht die Hitze in der MIttagszeit unangenehme Temperaturen…

Pinnacles – Nambung Nationalpark

Bei perfektem Sommerwetter setzten wir uns am vormittag in Bewegung. Von Cervantes ging es mit dem Camper ca. 15 Minuten Richtung Süden zum Nambung Nationalpark, der die legendären Pinnacles in der gleichnamigen Wüste beheimatet. Diese bizarren Felsgebilde sind die letzten, versteinerten Überbleibsel einer uralten Vegetation. Sie bestehen aus Kalksteinschichten und entstanden vor zehntausenden Jahren durch Erosion.

An der Einfahrt zum Park zahlten wir bei einem freundlichen Ranger 12$ Eintritt und fuhren auf den geräumigen Parkplatz. Schon beim Ausstieg schlug uns eine deftige Hitzewelle entgegen:  Bereits um 11:00 Uhr zeigte das Thermometer satte 33 Grad an und schon beschlich uns die Befürchtung, dass die nahende Mittagszeit wohl nicht die beste Tageszeit für einen Besuch in der Wüste ist. Doch kneifen gilt nicht. Ausgerüstet mit reichlich Wasser ging es also los.

Pinnacles
Die Pinnacles im Nambung Nationalpark

Ein kurzer Fußmarsch brachte uns zum ersten Viewpoint, von dem man einen tollen Ausblick auf das erste Pinnacle-Feld hat. Von dort aus kann man einen etwa 1,2 Kilometer langen Rundweg starten. Dieser führte uns durch die Dünen an zahllosen Gesteinsmonumenten vorbei, die alle von surreal gelbem Wüstensand umgeben sind. Die Pinnacles reichen von einer Höhe von gerade mal 20 Zentimeter bis etwa 4 Meter und bilden durch die zahllosen unterschiedlichen Konstellationen und Lichtverhältnisse ein unglaubliches, sich bei jedem Schritt veränderndes Bild. So ergeben sich derart vielfältige Fotomotive, dass wir aus dem knipsen kaum herauskamen. Die Sonne ballerte derweil unablässig auf uns nieder und überschritt gegen 12 Uhr gut und gerne die 38 Grad Marke. Doch nach einer guten Stunde Fußmarsch und geschätzt 500 Fotos, kamen wir wieder am Parkplatz an. Nach einer schattigen Erholungspause, einem Besuch des Informationszentrums und der Sichtung einer Huntsman-Spinne setzten wir unsere Fahrt fort.

Dynamite Bay

Unser heutiges Tagesziel sollte Geralton sein. Doch bevor wir uns auf den ca. 200 Kilometer langen Weg machten, wollten wir uns eine ausgiebige Abkühlung gönnen. Dafür suchten wir uns eine gemütliche Badebucht, die wir bei Green Head fanden. Die dortige, überschaubare Dynamite Bay ist hervorragend ausgestattet (Duschen, Toiletten, überdachte Picknick-Plätze und ein kleiner Shop mit Imbiss) und bietet tolle Liegeflächen. Wir waren – wie so oft in den letzten Tagen – fast die einzigen Besucher. Also stürzten wir uns in die Fluten und entspannten danach auf dem weißen Sandstrand. Das ist das wirklich Großartige hier: man biegt einfach irgendwo von der Straße ab und gelangt mit ziemlicher Sicherheit zu irgendeinem verlassenen Traumstrand. Gut, die Dynamite Bay ist ein gut erschlossener Touri-Strand, aber wer es natürlicher und (noch) einsamer mag, findet nur wenige Autominuten weiter nördlich oder südlich seinen „eigenen“ Strand. Solche sind allerdings meist nur über eine Schotterpiste zu erreichen.

Geralton

Die anschließende Fahrt bis Geralton zog sich dann ganz schön in die Länge. Die Strecken hier in Westaustralien sind echt nicht zu unterschätzen, nicht zuletzt wegen der zahlreichen Geschwindikeitsbeschränkungen. Für die verbliebenen 170 Kilometer brauchten wir gut 2,5 Stunden und kamen erst gegen 17 Uhr am Sunset Beach Campingplatz an. Und diesen Namen trägt der Platz zurecht. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, gingen wir die ca. 50 Meter bis zum Meer (!) und bewunderten kurze Zeit später einen unfassbaren Sonnenuntergang. Der ausnahmsweise mal leicht bewölkte Himmel leuchtete in zahllosen Farben und gab ein unglaublich kitschig-schönes Motiv ab.

Morgen geht es weiter Richtung Norden. Mal sehen wie weit wir fahren werden – denn es soll regnen. Aber so recht dran glauben wollen/können wir das noch nicht 😉

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