Heute hatten wir eine besonders lange Fahrtstrecke vor uns: von Hermanus sollte es bis nach Knysna gehen, knapp 360 Kilometer Weg auf einer meinst nur einspurigen Autobahn. Laut Navi sollten wir dafür viereinhalb bis fünf Stunden einplanen. Und da wir am Ankunftsort noch etwas unternehmen wollten, starteten wir nach einem ausgiebigen (englischen) Frühstück unsere Fahrt Richtung Westen.

„Die beste Bäckerei an der N2“

Unsere Route führte uns zuerst auf der R43 nach Stanfort und dann weiter auf die N2, die die wichtigste Ost-West-Verbindung am Kap darstellt – auch wenn sie nach deutschen Maßstäben häufig eher einer gut ausgebauten Landstraße ähnelt. Wir durchfuhren einige kleine Orte und kamen an zahlreichen Weingütern vorbei, die allesamt mit Weinproben lockten. Dann entdeckten wir in Riviersonderend direkt an der N2 eine kleine Bäckerei. Wir hielten kurz um uns mit frischem Kaffee zu versorgen, fanden in der Ou Meul Bakery jedoch deutlich mehr: zu den zahlreichen Spezialitäten des Hauses gehören Pies verschiedenster Sorten, Zimtschnecken und Croissants. Im angrenzenden Laden findet man zudem allerlei Leckereien von den umliegenden Farmen, zudem Holz- und Textilwaren sowie Naturkosmetik. Falls ihr mal hier vorbeikommt: ein „Tankstopp“ lohnt sich! 😉

Spektakulär schwimmen in Mossel Bay

Wir fuhren weiter und kamen in den nächsten 1,5 Stunden durch ein riesiges Agrar-Areal. Endlose Felder erstreckten sich bis zum Horizont. Da jedoch fast alle bereits abgeerntet waren, bot sich uns ein ziemlich staubig-eintöniger Anblick. Erst weit hinter Heidelberg (!) änderte sich die Vegetation wieder deutlich. Bei Wilderness fuhren wir durch dichte grüne Wälder und sahen links und rechts immer wieder kleine Seen und Flüsse. Hier verstanden wir wieder, warum die Garden Route, auf der wir hier unterwegs sind, ihren Namen trägt. In der Gegend um Mossel Bay kam dann noch der atemberaubende Blick auf den Indischen Ozean hinzu. Wow! Wir fuhren einige Zeit auf der ruhigen Strecke direkt an der Küste entlang und genossen die tolle Aussicht. In Mossel Bay legten wir dann eine kurze Pause am Strand ein und erkundeten das Zentrum der kleinen Stadt. 

Alex hatte uns den St. Blaize Hiking Trail empfohlen, da dieser von den Felsen über der Bucht tolle Ausblicke bieten sollte. Doch auf dem Weg dorthin entdecken wir noch ein anderes Highlight: unterhalb des Leuchtturms kommt man hinter einem Restaurant zu einer kleinen Felsenlagune. Über einige Treppen erreicht man hier bequem das angenehm warme Wasser, das immer wieder von den anrollenden Wellen aufgefüllt wird. Das ist schon ein spektakuläres Schauspiel. Man steht in gut 1,50m tiefem Wasser mit perfektem Sand am Boden und schaut aufs Meer, das nur durch einige rostbraune Felsen von der Lagune getrennt ist. Im 30 Sekunden Takt rollen meterhohe Wellen auf die Felsen zu, brechen daran um dann als angenehmes Flüsschen durch die Felsspalten zu fließen und das Schwimmbecken aufzufüllen.

Schwimmen in Mossel Bay
Schwimmen in Mossel Bay

Von einer etwa 4 Meter hohen Plattform kann man zudem den Sprung ins Lagunenbecken wagen, was ich natürlich ausprobieren musste 😉 der Spaß ist allerdings nicht ganz ohne: wenn gerade zu viel Wasser abgelaufen ist, hat das Becken nicht mehr genug Tiefe und man landet bei einem Köpper mit dem Gesicht im Sand. Bei mir haben dazu nur etwa 15 Zentimeter gefehlt 😜

South Villa Guesthouse in Knysna

Wunderbar erfrischt fuhren wir weiter bis nach Knysna, unserem heutigen Tagesziel. Der beschauliche Ort liegt eingebetet zwischen den sanften Outentiquabergen und einer riesigen Salzwasser-Lagune. Umgeben wird die Stadt von riesigen Wäldern, in denen es sogar noch einige wilde Elefanten geben soll. Nach kurzem suchen fanden wir auch schon unsere Unterbringung für die kommenden zwei Nächte: das South Villa Guesthouse. Und das Villa hat hier durchaus seine Berechtigung. 

Während Chris, der Sohn des Hauses (?) uns überaus freundlich am Auto in Empfang nahm, unser Gepäck schulterte und abdampfte, begrüßte uns auch die Herrin des Hauses. Sie führte uns durch das wunderschöne Haus, das am Berghang gelegen einen genialen Blick über die Lagune bietet. Während sie uns wortreich die Vorzüge von Knysna erläuterte, schloss sie die Tür zu unserem Zimmer auf und wir beide konnten es kaum glauben… es scheint fast so als würden wir uns mit jeder Unterbringung steigern! Das South Villa Guesthouse hat bei booking.com 9,6 von 10 Punkten – und das mit Recht. Luxus pur und ein unglaublicher Service.

South Villa Guesthouse
Unser Zimmer im South Villa Guesthouse

Essen im Sirocco

Wir spazierten zur Waterfront des Ortes, die mit einigen schmucken Restaurants aufwarten kann. Die ließen wir jedoch links liegen und steuerten die etwas bonzige Thesen Island an. Unser Reiseführer hatte uns hier das beste Steak des Ortes versprochen. Das sollte es im Sirocco geben, das bekannt ist für seine hervorragende Crossover-Küche. Leider war der Laden allerdings schon komplett ausgebucht. Wir hätten offenbar reservieren müssen. Mit etwas Überredungskunst bekamen wir dennoch einen Tisch auf der Terrasse, mit tollem Blick aufs Wasser. Das Essen hielt denn auch was der Reiseführer versprochen hatte: wir genossen Risotto-Bällchen mit Spinar und Pilzen an Rucola und etwas schicken Peri Peri und danach hervorragendes Filet vom Rind und Oestrich = Strauß. Danach wir traten satt und zufrieden unseren Heimweg an und könnten bei eintretender Dämmerung den tollen Blick über die Lagune auskosten.

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