Zum ersten Mal auf unserer Tour durch Westaustralien wurden wir heute Morgen nicht von der Sonne geweckt. Die versteckte sich ausnahmsweise mal hinter einer dichten Wolkendecke. Warm und schwül war es, aber das störte uns wenig. Immerhin sollte es heute bis zur Shark Bay und Monkey Mia gehen, an die Traumstrände im Norden, zum Schnorcheln und zu den Delphinen.

Zyklon Olwyn – Glück im Unglück

Doch als ich aus der Dusche kam, traf ich auf einen ältereren Herren, der mich fragte, was wir denn wegen des Zyklons tun würden. „Zyklon? Einer dieser die tropischen Wirbelstürme!?“ Ich hoffte mich verhört zu haben. Aber nix da. Eine riesige Sturmfront namens „Olwyn“ rollte auf uns zu und wir hatten davon nichts mitbekommen. An der Rezeption wurden dann unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt: alle Straßen in den Norden waren gesperrt und unser aktueller Aufenthaltsort Genraldton war mit Warstufe 1 der sicherste, an dem wir bleiben konnten. Carnevon, unser eigentliches Tagesziel, lag genau im erwarteten Sturmzentrum, Exmouth weiter nördlich ebenfalls, was unsere Reiseplanungen ordentlich durcheinanderwerfen solten…

Geraldton

Geraldton
Sicherheitsmaßnahmen in Geraldton: Sandsäcke vor den Türen der Geschäfte in der Innenstadt

Also entschlossen wir uns notgedrungen zu einer weiteren Nacht im 30.000 Einwohner Städtchen Geraldton und machten das beste aus dem „freien Tag“. Bei einer kleinen Shoppingtour durch die Hafenstadt erkundeten wir das Zentrum der einzigen richtigen Stadt nördlich von Perth und aßen eine Kleinigkeit. Dabei vielen uns überdurchschnittlich viele britische Touristen auf. Wie wir erfuhren, waren sie Passagiere eines großen Kreuzfahrtschiffs, dass wegen des Sturms ebenfalls unplanmäßig in Geraldton festlag. Als wir uns im Anschluss mit den nötigsten Lebensmitteln für die kommenden Tage eindeckten, wurden wir immer wieder angesprochen und vor dem Sturm gewarnt. Rührend wie besorgt die Menschen hier um das Wohl der anderen sind. Trotz des mittelmäßigen Wetters (der Sturm war noch gut 12 Stunden entfernt), legten wir uns an den Strand und versuchten etwas zu entspannen.

Im Anschluss wollten wir in der Camp-Kitchen kochen.Dabei trafen wir drei deutschsprachige Mädels wieder, die wir schon  am Vormittag kennengelernt hatten. Die hatten sich mittlerweile mit vier australischen Anglern zusammengetan und probierten sich fleißig durch die zahlreich anwesenden Biersorten. Alle waren wir hier unfreiwillig gestrandet, wollten den Abend aber nicht so enden lassen. Also starteten wir eine spontane „Who the fuck is Olwyn!?“ Party. Jeder brachte mit was er hatte, das Angelboot der Jungs wurde vor die Küche gezogen und zur mobilen Disko umfunktioniert und zwei weitere Paare schlossen sich an. So haderten wir der näher rückenden Sturmfront, überstanden die Nacht aber mit vielen guten Geschichten und noch mehr Bier.

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