Nach einer recht stürmischen Nacht, die sich nicht besonders gut zum grillen eines Rumpsteaks geeignet hatte, erwachten wir heute Morgen im hässlichsten Camping Park unserer Tour: im Capricorn Club in Yanchep. Nach einem schnellen Frühstück im Stehen, suchten wir  das Weite und fuhren weiter zum nahegelegenen Nationalpark.

Yanchep Nationalpark

Der 28 Quadratkilometer kleine Yanchep Nationalpark liegt etwa 50 Kilometer nördlich von Perth und ist optimal auf Tagesbesucher aus der nahen Metropole ausgerichtet. Die gut durchorganisierte Anlage wurde rund um einen See, den Loch McNess (ha ha ha, der eigentliche Name des Sees der hier ansässigen Nyoongar Agorigines lautet Wagardu Lark) angelegt. Dieser ist nach Sir Charles McNess benannt, der um 1900 in dieser Gegend lebte und zwei Tropfsteinhöhlen entdeckte, die auch besucht werden können.

Nach der Zahlung der üblichen Eintrittsgebühr von 12$ pro Vehikel, parkten wir unser rollendes Zuhause auf einem der zahlreichen, aber zu dieser Jahreszeit (Spätsommer = Nebensaison) wenig frequentierten Parkplätze, und suchten das Visitor-Center auf. Dort konnte man allerlei Souveniers (der Rheinländer sagt auch Nippes) erstehen, oder sich für eine (kostenpflichtige) Cave-Führung oder eine „Aborigines Experience“ anmelden. Wir verzichteten und erkundeten den Park lieber auf eigene Faust.

Koala im Yanchep Nationalpark
Ein Koala im Yanchep Nationalpark

 

Zuerst besuchten wir die Koalas. Drei der Jungs hingen entspannt in einem Bau. Zwei schliefen und der dritte schaufelte unermüdlich Eukalyptus-Blätter in sein Maul, während von überall her exotische Vogelstimmen zu hören waren. Im Anschluss umrundeten wir bei einem ca. 40 minütigen Spaziergang den kleinen See, der zu dieser Jahreszeit leider fast komplett ausgetrocknet war. Neben ein paar großen Pfützen war lediglich beeindruckend viel Schlamm und Grasland zu sehen. Im Frühjahr und Sommer soll man den Loch McNess aber auch gut mit dem Boot befahren können. Nach der Umrundung kamen wir an einer offenen Rasenfläche aus, in deren Nähe wir zahlreiche Graue Riesenkängurus entdeckten. Die Tiere lagen völlig entspannt im Schatten und wir konnten bis auf wenige Meter an sie heran.

Fremantle

Gegen Mittag fuhren wir dann weiter Richtung Fremantle. Das Städtchen mit seinen gut 30.000 Einwohnern ist mittlerweile mit der Millionenmetropole Perth zusammengewachsen, hat sich aber seine eigene Identität und einen besonderen Charme bewahrt. Einst wurde der Hafenort als Tor zur Swan River Kolonie, aus der später Perth wurde, gegründet. Bis heute ist man hier stolz auf diese Wurzeln und vor allem auf die zahlreichen, gut erhaltenen historischen Gebäude aus der Pionierzeit, die sich in der schmucken Altstadt aneinander reihen. Am heutigen, sonnigen Sonntag glichen die beschaulichen Straßen allerdings einem Armeisenhaufen. Halb Perth schien die zahlreichen Hafenbars, Restaurants und Kneipen in Beschlag genommen zu haben. Nach einem Pflichtbesuch in der Little Creatures Brauerei, schlenderten am Hafen und am Bathers Beach entlang, um den besten Fish’n’Chips der Stadt zu finden. Da diesen Titel aber mehrere Läden für sich beanspruchen, entschieden wir uns für den sympathischen Laden, der uns zuerst einen freien Platz auf der Terrasse bot. Die Wahl viel auf „Sweetlips„, der uns nicht enttäuschte.

Fremantle Markets
Definitiv einen Besuch wert: die Fremantle Markets

Danach stöberten wir durch zahllose Läden zwischen Marine Tce und Market Street und kamen schließlich zu den bekannten, historischen Hallen der Fremantle Markets. Diese haben nur von Freitag bis Sonntag geöffnet und bieten eine gesunde Mischung aus Obst, Gemüse, Kunst, Kitsch und Leckereien aus aller Welt. Neben italienischen und indonesischen Snacks gibt es deutsche Currywurst und australische Pies mit Fleischfüllung, zudem zahllose leckere Kleinigkeiten, so dass man sich den ganzen Tag von Stand zu Stand futtern kann. Eine geniale Reizüberflutung.

Danach ging es zum Aspen/Big4 Campingplatz in Munster, ca. 12 Autominuten südlich von Fremantle. Hier kamen wir leider etwas zu spät an (Rezeption hatte schon geschlossen), bekamen über die Emergency-Nummer aber doch noch einen Platz. Morgen wollen wir nochmal einen entspannten Strandtag einlegen und gegebenenfalls noch etwas die Stadt erkunden, bevor wir uns langsam aber sicher mit dem Rückflug befassen müssen…

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