Vom Österreichischen Golling an der Salzach fuhren wir die A10 Richtung Süden bis Villach und durchquerten wenig später den Karawankentunnel. Dieser verbindet seit 1992 Österreich mit dem benachbarten Slowenien. Fast acht Kilometer lang fährt man durch das Massiv der namensgebenden Karawanken, einen Gebirgsstock der südlichen Kalkalpen, um am anderen Ende in Slowenien auszukommen. Allerdings ist das Vergnügen nicht umsonst: 7,50 Euro durften wir vor der Einfahrt an die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft, kurz ASFINAG, zahlen – trotz gültiger Plakette für beide Länder.

Hinter der Grenze sind es nur noch wenige Kilometer bis zum malerischen Bleder See, der sich malerisch in die Landschaft am Fuße der Julischen Alpen fügt. Wir bezogen unsere hervorragende Unterkunft in der Villa Laura, die etwas versteckt in einem große grünen Garten liegt. Unser überaus herzlicher Gastgeber versorgte uns auch gleich mit zahlreichen Tipps zu Restaurants und Ausflugstipps und warnte praktischerweise auch vor einigen klassischen Tourifallen. Nach einem kurzen Spaziergang runter zum See verkrümelten wir uns aber erst mal ins Bett um am nächsten Morgen gut ausgeschlafen und dank eines herausragenden Frühstücks (danke Ziga!) die Umgebung zu erkunden.

Malerisches Bled

Bled liegt am östlichen Rand des Nationalpark Triglav, des einzigen Nationalpark Sloweniens. Von hier aus hat man zahllose Ausflugsmöglichkeiten in die Natur. Ob Canyoning, Rafting, Fallschirmspringen oder ausgedehnte Mountainbike- oder Wandertouren – von Bled aus könnt ihr unglaublich viele Aktivitäten dieser Art starten. Wer es etwas ruhiger angehen möchte, findet aber auch in dem bekannten Luftkurort selbst reichlich Sehenswertes.

Bled am Bleder See
Die Marienkirche von Bled liegt im Wester des Bleder Sees auf einer kleiner Insel

Das rund 5.000 Einwohner zählende Bled, das bereits im Jahr 1004 erstmals urkundlich erwähnt wurde, liegt am Ostufer des Bleder Sees, den man in gut 90 Minuten umwandern kann. Im Westteil des Sees findet sich eine malerische kleine Insel, auf der die weithin sichtbare Marienkirche steht. Mit einem „Pletnas„, einem der traditionellen Holzboote, kann man sich für stramme 15 Euro hinüberschippern lassen, um das kleine Eiland zu erkunden. Wer lieber selber rudert spart hingegen Geld und Nerven. Denn die kleinen Boote der örtlichen Schiffer, die eine ganz eigene Rudertechnik entwickelt haben, sind nicht selten sehr gut gefüllt. Auf der Insel angekommen sollten sich Verliebte einen kräftigen Zug am Glockenseil in der Marienkirche gönnen: das soll Glück bringen 😉

Die Burg von Bled

Hoch über dem See thront auf einem gut 140 Meter hohen Felsen die Burg von Bled, die zu den ältesten Baudenkmälern Sloweniens zählt. Sie lässt sich durch einen strammen Marsch durch die Bled umgebenden Wälder erwandern. Der Eintritt kostet 11 Euro, ist aber durchaus lohnenswert. Denn vom  Burgplatz aus, an den unter anderem zwei Restaurants angrenzen, hat man eine wunderbare Aussicht auf den See, dessen türkise Farbe von hier oben aus noch etwas märchenhafter wirkt. Der anschließende Besuch in der Burg und der kleinen Kapelle mit ihren Wandmalereien ist obligatorisch. Beim Rundgang durch die alten Gemäuer erfährt man viel Wissenswertes über die Geschichte der Burg und des Ortes Bled, die bis in die Neuzeit reicht. So erfährt man auch vom Schweizer Naturheilkundler Arnold Rikli, dessen Kuren und Heilpraktiken ab Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Prominente und Adelige in den kleinen Ort lockten. Diese fanden es hier offenbar so schön, dass nicht wenige von ihnen sich teils dekadente Ferienhäuser leisteten. So kommt es, dass Bled bis heute zu einem nicht unwesentlichen Teil aus stattliche Villen in verschiedenen, prunkvollen Baustile besteht.

Ein Muss: die Bleder Cremeschnitte

Nach unserer Streiftour rund um den Bleder See machten wir dann noch Bekanntschaft mit einer weiteren lokalen Besonderheit. Bei einer Kaffeepause bestellten wir eine „Original Bleder Cremeschnitte„. Um diese süße Leckerei kommt man hier unmöglich herum, wird sie doch in jedem Café oder Restaurant angeboten. Sie besteht aus einer dünnen Schicht Blätterteig, auf der sich eine mehrere Zentimeter dicke schlicht Vanillecreme türmt, die von einer ebenfalls recht stattlichen Schlagsahne-Schicht gekrönt wird. Oben drauf kommt nochmal etwas Blätterteig und fertig ist die süße Versuchung. Saulecker sag ich euch 🙂

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